Ein "Herzliches Willekumm"

ist jedem gewiss, der gerne etwas über Schlaraffia wissen will.

Schlaraffia® ist exklusiver als der nobelste Golfclub, geheimer als der Ku-Klux-Klan, närrischer als jeder Karnevalsverein und unter den bekannten Herrengesellschaften wohl die fröhlichste. Sie ist aber auch die einzige, in der weltweit deutsch gesprochen wird. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, auch für Schlaraffen in Frankreich, Schweden, Italien, Belgien, Spanien, USA, Kanada, Mexiko, Südamerika, Thailand, Südafrika, Australien, gleich welcher Nationalität und Rasse, ist während der eigenen Veranstaltungen die deutsche Sprache vorgeschrieben.

Wann die Schlaraffia gegründet wurde...

Es war in Prag, am 10. Oktober des Jahres 1859, einem schönen, aber schon recht kühlen Abend. Aus "Freund´s Restauration", Ecke Wassergasse und Grube, ertönte lauter Jubel, so dass Vorbeigehende einen Moment stehen blieben, um zu lauschen. In der Gaststube fand soeben die Gründung eines Vereins statt, von dem die Gründer damals noch nicht wissen konnten, welche Bedeutung er einmal haben würde, und wie viel Freude er den Menschen auf der ganzen Welt bringen würde. Prag gehörte damals zu "Österreich-Ungarn", dieses wiederum zu dem Verbund von Ländern aus denen das "Deutsche Reich" bestand.

Die Gründungsmitglieder waren Musiker, Sänger, Komponisten, Schauspieler, Literaten und Kunstfreunde. Sie machten aus ihrem Stammtisch mit dem durchaus aggressiv gemeinten Namen "Proletarierclub" einen Verein, den sie später "Schlaraffia" nannten. "Schlaraffia" als Gegenentwurf zur elitären poetisch-literarischen Gesellschaft "Arcadia", die damals das Kunstleben im deutschen Teil Prags dominierte. Einhundertvierzig Jahre später füllte ein nachdenklicher Schlaraffe den Zufallsbegriff "Schlaraffia" mit dem immer wieder zutreffenden Inhalt "Schlaraffenland des Geistes" aus. Es waren zunächst 23 Mitglieder, heute "Urschlaraffen" genannt. Vereinszweck sollte sein: "Pflege der Kunst und des Humors".

Prag war die Keimzelle der Organisation, die heute "Allschlaraffia" heißt. Dieses freudige Geschehen in Prag sprach sich auch in anderen Städten herum und fand Nachahmer, die sich aber an der "Praga" ausrichteten. So entstanden laufend neue Schlaraffenreyche nach Prager Muster.

Wie groß die Schlaraffia ist...

Die einzelnen Reyche und Colonien sind in der Reihenfolge ihres Entstehungsdatums nummeriert. "Praga" trug die Reychsnummer 1, "Berolina" 2, "Stutgardia" die Nr. 11, Sarebrucca die 158, usw. Heute gibt es 269 Reyche, Colonien, Feldlager, Stammtische und Tafelrunden in 20 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Das jüngste Reych trägt die Nummer 426.

Das nördlichste Reych besteht heute in Stockholm, das südlichste in Buenos Aires. Am Pazifik bilden u.a. Los Angeles und San Franzisco die eine “Grenze”, die andere liegt in Bangkok.

Die Zahl der Mitglieder betrug im Jahre a.U.152 (2011) genau 10.484. Von den 269 Ortsvereinen liegen 160 in Deutschland, 60 Vereine zählen zum Landesverband Österreich, 13 zur Schweiz, 28 zu Nord- und 8 zu Lateinamerika.

Was sie auszeichnet...

Das Wort „Schlaraffe“ soll vom mittelhochdeutschen Wort „Slur-Affe“ abgeleitet sein, was damals so viel hieß wie „sorgloser Genießer“. Die allschlaraffische Welt wird "Uhuversum" genannt. Uhuversum deshalb, weil der Uhu in Allschlaraffia eine ganz besondere Rolle spielt: Über der Tür des von den Gründern als Versammlungsort ausgewählten Gasthauses war zufällig ein großer ausgestopfter Uhu angebracht, der zu ihrem Sinnbild für Weisheit, Humor und Tugend wurde. Im Laufe der Zeit wurden diesem Zufallssymbol allerdings auch Eigenschaften zugeschrieben, denen sich die Schlaraffen verbunden fühlen: Verschmitztheit, Wachsamkeit, lustig anzuschauen.

Jedenfalls betrachtet sich die Gemeinschaft gleichgesinnter Männer nicht als Müßiggänger im märchenhaften Schlaraffenland.
Mit Kunst, Freundschaft und Humor als praktizierten Idealen steht sie vielmehr mitten im Leben, obwohl man "Ihr" und "Euch" zueinander sagt, von Burgfrau und Burgmaid erzählt und mit sonderbaren Eigenheiten den Gast zunächst verwirrt. Als Persiflage der Herrschaftsstrukturen der damaligen Donaumonarchie wurde das schlaraffische Spiel erfunden.

Der Wahlspruch der Vereinigung lautet „In arte voluptas“ (in der Kunst liegt Vergnügen), ein weiteres Schlaraffenmotto lautet: „Das Herz gehört dazu!“. Der Begriff „Schlaraffia“ ist durch den Allschlaraffenrat rechtlich geschützt worden und wird mit einem „®“ in allen Veröffentlichungen des Vereines geführt. Eine direkte Verbindung zur Freimaurerei besteht nicht. Auch zu „Service-Clubs“, wie etwa Lions oder Rotarier; sowie zu Karnevals- der Kunstvereinen etc., grenzen sich die Schlaraffen deutlich ab.

Wie sie schwere Zeiten überstand...

Dass trotz der Zahl von 426 Reychen offiziell nur 269 örtliche Vereinigungen bestehen, ist vor allem Folge politischer Vorgänge. Obwohl in Schlaraffia Politik, Religion und Geschäft streng verpönt sind, wurde sie vom NS-Regime verboten wie die Freimaurerei. Und neben der von Schlaraffen aller Zeiten verehrten, besungenen Gründungsstadt "Praga" sind ihre Burgen hauptsächlich im Osten aber auch in den Niederlanden, Großbritannien und Japan zerfallen (uhufinstere Zeit).

Hier folgt ein kurzer Abriss der Ereignisse in den Reychen Berolina und Lipsia:

Die NS-Regierung verlangte schon nach kurzer Zeit Gleichschaltung der Verbände und begann in Wort und Schrift einen Kampf gegen die Schlaraffia, die wie die Freimaurerlogen geächtet wurde. Schlaraffen in abhängiger Stellung wurden mit dem Mittel der Brotkorbpolitik gefügig gemacht. Die beiden ältesten deutschen Reyche (Berolina und Lipsia) bereiteten Maßnahmen zur Abwendung der drohenden Vernichtung der deutschen Schlaraffenreyche vor.

Am 23.04. a. U. 74 (Februar 1933) lud Berolina alle reichsdeutschen Schlaraffenreyche und Kolonien zu einer außerordentlichen Sitzung nach Lipsia ein. Die Allmutter Praga hatte die Erklärung abgegeben, daß es den reichsdeutschen Schlaraffenreychen überlassen bleiben müsse, den richtigen Weg zu suchen, um das zu tun, was die Gegenwart verlangte.

Die Nazis forderten:

  • Loslösung von Allmutter Praga

  • Annahme des Arierparagraphen

  • Gleichschaltung, d.h. Annahme des Führergrundsatzes

In der Hoffnung ihren Bestand zu wahren, hatten alle deutschen Schlaraffenreyche diese Forderungen angenommen. Daraufhin fand in der Praga eine Beratung zwischen der Allmutter und der Verbandsleitung der deutschen Schlaraffen statt. Nach hartem Ringen wurden folgende Vereinbarungen beschlossen:

Gezwungen durch die deutschen profanen Verhältnisse scheiden die reichsdeutschen Schlaraffenreyche aus dem Verband Allschlaraffias aus und bilden nunmehr einen eigenen Verband mit eigener Führung. Der allschlaraffische Verlag zu Lipsia geht mit allen Rechten und Pflichten an den reichsdeutschen Verband über.

Auch die finanziellen, technischen und organisatorischen Fragen (Zeytungen und Stammrolle) werden in freundschaftlicher Weise derart gelöst, dass das Vermögen des bisherigen allschlaraffischen Verlages zu Lipsia an den reichsdeutschen Verband abgetreten wurde.
Die späteren Concile beider Verbände haben dann diese Vereinbarungen durch einstimmigen Beschluss angenommen.

Etwas später fand auf Drängen der Reichsregierung ein außerordentliches Concil mit dem Beschluss der Auflösung des Bundes statt. Diesem wehmütigen Text war ein massiver Zwang der SS vorausgegangen. Schlaraffia wurde verboten. Am 12.Hornung a. U. 78 (Februar 1937) wurde die letzte Sitzung der Berolina celebriert. Ein Gastrecke erklärte beim Ablegen seines Helmes weinend: “Und das kommt doch wieder!” Auch Lipsia wurde aufgelöst.

Ebenso erging es dem Reych Glauchavia (Glauchau).
Am 13.2.1937 fand die Schlusssitzung als 1246.Sippung statt, am 23.2. die allerletzte Sippung und der Auszug aus der Burg.

In Hamburg z.B. wurde die Schlusssitzung mit einem abgeänderten Spruch Klaus Störtebeckers beendet: "Und so Uhu will, wird es für uns Schlaraffen einstmals eine Auferstehung geben!" Dann folgte die Aufforderung, das Mitternachtsschlusslied zu singen, das nie eindringlicher klang und mit dem Zusatz endete:

"Und wird uns der Abschied auch bitter und hart,
wir tragen ihn, wie es schlaraffische Art,
denn was uns Getreuen Schlaraffia ist,
nicht einer von uns es jemals vergisst!"

In den Jahren des Verbotes und des 2. Weltkrieges kamen die Getreuen regelmäßig in Kristallinen, so im Romanischen Café und bei Kempinski, zusammen. Selbst ein größeres Fest mit Burgfrauen konnte im Romanischen Café veranstaltet werden.

Als deutsche Truppen Prag besetzten, konnte durch beherztes Eintreten einiger Schweizer Schlaraffen in Prag das Archiv aus der Gründerzeit gerettet werden. Heute befindet sich das Archiv in Bern, am Sitz des Verbandes Allschlaraffia.

Im Westen Deutschlands stiegen nach dem Ende des 2.Weltkriegs die Schlaraffenreiche wie ein Phönix aus der Asche auf und erstrahlten schnell wieder in altem neuen Glanz. Außerdem führte die Vertreibung aus ehemals deutschen Gebieten und die Abwanderung aus Ostdeutschland zu vielen Nachkriegs-Neugründungen. In Amerika wurde Schlaraffia schon vor dem Krieg Treff und so etwas wie Heimatersatz jüdischer Freunde und anderer Auswanderer. In der DDR allerdings, reglementiert durch die sozialistische Regierung, mussten viele Reiche zwangsweise den Vereinsbetrieb einstellen und konnten nur in sehr vereinzelten Fällen durch geheime Treffen in sicherer Umgebung (meist Privatwohnungen) diese Zeiten überstehen.

Die im verborgenen lebenden Reiche in den Neuen Bundesländeren sind fast alle wiedererstanden, am 30.10.145 (2004) mit der Budissa (136) das letzte "alte" Reich.

Am 2. November 1994, unmittelbar vor ihrem, alle fünf Jahre fälligen Welttreffen, dem "Concil", kamen Schlaraffen nach rund 60 Jahre auch wieder am Ursprungsort ihres Bundes, öffentlich zusammen, freilich nur zu einer Gedenksippung und zu einem Festkonzert des Allschlaraffischen Orchesters im ehemaligen Deutschen Theater Prag, aus dessen Ensemble die Gründungsmitglieder stammten.
Seit dem Verbot der Praga im 3.Reich "regiert" der "Allschlaraffenrat" das Uhuversum. Seine Mitglieder sind Vertreter aller Landesverbände.

Jedes einzelne Schlaraffenreich ist unabhängig und souverän. Der Allschlaraffenrat überwacht aber das Einhalten der Spielregeln des "Schlaraffischen Spiels", die damals von den Urschlaraffen entwickelt und bis heute in ihrem Sinn fortgeschrieben wurden. Darüber hinaus nimmt der Allschlaraffenrat eine Reihe belohnender, koordinierender und beratender Funktionen der früheren Allmutter war. Die "Allschlaraffia" gibt die „Allschlaraffische Stammrolle“ heraus, die wiederum einen Überblick bietet über alle (auch untergegangene) Reyche und Sassen

Wie man Schlaraffe wird ...

„Schlaraffia ist die innige Gemeinschaft von Männern, die in gleichgesinntem Streben die Pflege der Kunst und des Humors unter gewissenhafter Beachtung eines gebotenen Zeremoniells bezweckt und deren Hauptgrundsatz die Hochhaltung der Freundschaft ist! …
Aufnahme finden nur Männer von unbescholtenem Rufe in reiferem Lebensalter und gesicherter Stellung, die Verständnis für die idealen Zwecke Schlaraffentums haben und gewillt sind, sie zu verwirklichen", so steht es in der Satzung.

Neue Mitglieder müssen durch einen Schlaraffen-Ritter (Pate) als "Pilger" eingeführt werden, eine Probezeit als "Prüfling" absolvieren, ehe sie nach geheimer Abstimmung („Kugelung“) zum eigentlichen Schlaraffen werden können. Man erhält dann als "Knappe" die laufende Mitgliedsnummer seines Reyches, erst nach weiterem Examen wird man "Junker". Mindestens zehn weitere "Sippungen", also wöchentliche Veranstaltungen in der "Burg" des örtlich zuständigen Reyches, muss der Junker besuchen, bis er zum Ritter geschlagen werden kann. In diesem Stand erst erhält er seinen endgültigen, meist witzigen, persiflierenden Namen, erst jetzt verfügt er über alle Rechte im ritterlichen Spiel mit geistigen Waffen.

Was sie tun...

Wer erst ein paar mal "gesippt", aus dem Buch mit einst 124, heute gekürzt auf 73 eigenen Liedern gesungen und statt Bier und Wein zu trinken, "Quell und Lethe gelabt" hat, wird bald begreifen, dass all diese überlieferten, in 24 Concilen beschlossenen Regeln, der Aufwand mit "Helmen" aus Stoff nur dem reinen Spiele dienen. Und die Titel und Orden, die da für oder auch ohne Verdienste verliehen werden, ebenfalls nur mithelfen sollen, die "Profanei" zu vergessen, zumindest im Narrenspiegel zu sehen. So ähneln denn auch viele schlaraffische Ritterhelme eher den alten Narrenkappen.

Da die Urschlaraffen fast alle Theaterangehörige waren und das Deutsche Landestheater in Prag, wie alle Theater, nur im Winter spielte, mussten sie im Sommer (wo nicht bezahlt wurde) tingeln, d.h. ihr Geld bei Sommerveranstaltungen in Kurorten, bei Konzert- und Rezitationsabenden, Gastspielen usw. verdienen. Deshalb wurde es bis heute zum unumstößlichen Brauch, nur im Winter zu sippen (Winterung): Auf der Nordhalbkugel in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. April, auf der Südhalbkugel vom 1. April bis 30. Oktober.

Die Sippungen finden immer am selben Wochentag (Uhutag) statt, den jedes Reych für sich individuell festlegt. Sie treffen sich in ihrer „Schlaraffenburg“, dem im Stil eines mittelalterlichen Rittersaales ausgestatteten Vereinslokal. Die Zusammenkünfte werden nach festgelegtem Zeremoniell in Form eines Ritterspieles mit wohldurchdachten Regeln abgehalten. Sturmhauben, Helme und Rüstungen sind aus buntem Stoff in den festgelegten „Reychsfarben“.

Dabei wird sowohl der Alltag persifliert als auch durch Vorträge in literarischer bzw. musikalischer oder künstlerisch darstellender Form - „Fechsungen“ genannt - das Interesse an der Kunst wachgehalten. Eine antiquierte Sprache mit eigenen Ausdrücken für alltägliche Dinge (Schlaraffenlatein) geben den Sippungen ihre eigene, humorvolle Note.

“Ein Konzert von Dilettanten.
Stimmt auch grad nicht jeder Ton
wie bei rechten Musikanten,
ihnen selbst gefällt es schon.“

Schlaraffischer Inbegriff von Weisheit, Humor und Tugend ist, wie schon erwähnt, der Uhu, der am Eingang zu jeder Burg thront und der huldvoll bei Betreten und Verlassen derselben mit einer tiefen Verbeugung gegrüßt wird. Und es gibt kaum einen Schlaraffen, der nicht in irgendeiner Form Uhus sammeln würde.

Alle Rahmenbedingungen des „Spieles“ sind in straffer, einleuchtender und humorvoller Form im Regelwerk „Schlaraffen-Spiegel und Ceremoniale“ festgelegt.

Der Gruß der Schlaraffen lautet „Lulu!“.

Obgleich die Schlaraffia vielerorts ein eher zurückgezogener Idealverein ist, treten einige Reyche (Vereine) mit öffentlichen Kulturveranstaltungen in ihren Heimatorten auf. So betreibt zum Beispiel die Schlaraffia Oldenburgia (Oldenburg) seit 2004 eine von der GEMA anerkannte Kleinkunstbühne und veranstaltet Sonntagsmatineen mit Konzerten, Kabarett, Lesung und Theater.

Wie sie organisiert sind…

An der Spitze des Reyches stehen bzw. sitzen in der Sippung auf dem Thron die drei Oberschlaraffen. Sie werden während der Sippung ehrfurchtsvoll mit "Eure Herrlichkeit" angeredet.

Der Kantzler, mit "Euer Vieledlen" angeredet, führt die Geschäfte des Reyches. Er hält die Verbindung zum Verwaltungszentrum Allschlaraffias, der Zentralkantzlei, zu den befreundeten Reychen, Allschlaraffenrat, den Ehrenrittern usw.

Der Reychsmarschall verfasst und führt die Reychsmatrikel (Mitgliederliste), die Ehrenmatrikel (Liste aller Auszeichnungen) und die Sippungsprotokolle. Nur er allein ist berechtigt, allerdings nur auf Befehl des Fungierenden - das ist der Oberschlaraffe, der die Sippung leitet - das Tamtam (den Gong) zu schlagen.

Der Junkermeister, angeredet mit "Euer Gestrengen", erzieht und unterweist mit unerbittlicher Strenge die Knappen und Junker und steht für deren Verhalten in der Sippung gerade, was bei der überschäumenden Jugend dieser Männer (20 - 100 Jahre) nicht immer ganz leicht ist. Sein Disziplinierungsgerät ist die Knute.

Der Reychsschatzmeister sammelt und verwaltet den Mammon (= Geld). Er dirigiert den Säckelmeister, der Pönen (= Strafen) und sonstige Abgaben bei den Schlaraffen eintreibt.

Der Ceremonienmeister ist eine Art Visitenkarte des Reyches. Die einreyttenden Sassen befreundeter Reyche (= alle Reyche des Uhuversums!) werden von ihm betreut und vor den Thron geführt. Darüber hinaus leitet und überwacht er all die höchst würdigen Zeremonien, die im Laufe der Winterung zelebriert werden müssen.

Der Zinkenmeister (= Klavierspieler bzw. Musiker) begleitet auf dem Clavicimbel (Klavier) die fröhlichen oder feyerlichen Lieder, intoniert die Fanfaren und wird oft auch solistisch tätig.

Der Hofnarr ist sehr wichtig in einem Reyche, er kann jederzeit ohne zu fragen (jeder andere muss den Thron um´s Wort bitten) das Wort ergreifen und witzig kommentieren und sogar angreifen, ohne dass er von dem Fungierenden gepönt wird. Ein guter Hofnarr kann jeder Sippung besonderen Glanz verleihen.

Die Spielleiter, die drei Oberschlaraffen, bestimmen den geistigen Kurs eines Reyches.
Am Ende jeder Winterung finden die Wahlen zu den Reychsämbtern statt - eine weise demokratische Einrichtung.

Wie sie die Jahre zählen...

Selbst eine besondere Zeitrechnung gehört zum schlaraffischen Spiel:
Während die „Profanen“ (Nicht-Schlaraffen) ihre Zeitrechnung mit christlichem Maßstab messen („n. Chr.“ oder „A. D.“), orientieren sich die Schlaraffen am Gründungsjahr ihrer Vereinigung. Zufolge Beschluß des V. Concils zu Vindobona am 2.6. des Ostermonds 1898 fällt das Jahr 1 der schlaraffischen Zeitrechnung auf die erste Winterung Allmutter Pragas, profan 10.10.1859 bis 30.04 1860. Der Jahreszahl sind die Buchstaben a. U. (anno Uhui) vorgesetzt. Demzufolge schreibt man 2012 bei Schlaraffen als Jahr a.U.153.

Wie man sie erkennt ...

Für Außenstehende sind Schlaraffen außerhalb ihrer Sippungen an der „Rolandnadel“, einer kleinen weißen Perle, die am linken Revers getragen wird, oder an einem am Fahrzeug befestigten Aufkleber, der einen blinzelnden Uhukopf zeigt, erkennbar.

Wer sie sind ...

Von der Idee erfasst sind Männer aller Berufe, nach wie vor viele vom Theater, solche, die Musik von Berufs wegen oder als Amateure kaum weniger gewissenhaft und zum Genuss ihrer Freunde betreiben. Viele andere finden mit Prosa oder Reim ein Podium, irgendwie kann sich jeder nützlich machen - und sei es mit aufmerksamen Zuhören. Man singt einzeln oder gemeinsam aus dem umfangreichen schlaraffischen Liederbuch. Jeder gibt, was er kann. Keiner muss, doch jeder darf, wenn er will. Erstaunlich, was in manchem an Geist und Witz schlummert, zu bestimmten Themen geweckt wird. Es gehört wohl zum spezifischen Wert dieses Bundes, jeden zu sich selbst zu führen. Doch es wäre kein Spiel von Rittern, würde nicht Respekt gezollt, Disziplin geübt, Schmach im spaßigen Duell gesühnt. Und wie hinter den Namen, Titeln und Orden, es steckt selbst im Spiel der sinnvolle ernste Kern. Trotzdem: Politik, Geschäft und Religion sind bei den Schlaraffen keine Themen. Sie lassen diese außen vor, um Spannungen zu vermeiden und der versprochenen Toleranz gerecht zu werden. Das Erzählen sogenannter Männerwitze ist ebenso unerwünscht. Sie pflegen auch kein soziales Hobby. Sie sind sich einfach selbst genug. Es ist auch nicht so, dass jeder Beruf nur einmal vorkommen dürfte.
Obwohl sie sich selbst mitunter Ritter der Romantik nennen, betreiben viel dieses Spiel wohl ganz bewusst: als Methode gegen Stress und Frust. Wen wundert es da noch, dass ernsthafte Statistiker nachwiesen, die Lebenserwartung von Schlaraffen sei um etwa fünf Jahre höher als die anderer Männer! Daran, dass sie ein eigenes Hilfswerk, eigene Sterbekasse besitzen, kann's doch nicht liegen ...

Wie sie das schlaraffische Spiel betreiben …

Die vier Elemente des schlaraffischen Spiels

  1. Gegenseitiges Geben und Nehmen
  2. Das Ritterspiel und seine Spieler
  3. Kunst und Humor
  4. Das Hochhalten der Freundschaft

1. Gegenseitiges Geben und Nehmen

In der Sippung hat jeder die Möglichkeit sein Steckenpferd zu reiten oder sonstige Begabungen ins Spiel zu bringen. Jeder der Lust hat, der es sich zutraut oder der sich entsprechend vorbereitet hat, geht in die Rostra, zeigt seine Malerei, macht Musik, singt, trägt etwas vor, meldet sich zu Wort, um Beiträge anderer zu kommentieren, hält Vorträge über ein interessantes Wissensgebiet oder erfreut auf andere Weise die Sassen und erweitert so deren Geist und Wissen und erfreut ihr Gemüt. Kleinere Beiträge können auch vom sesshaften Platz (sitzend vom Platz am Tisch) aus gebracht werden.
Dabei werden Themen der Bereiche Politik, Religion oder Geschäft ausgespart. Außerdem werden Zoten nicht toleriert.

2. Das Ritterspiel und seine Spieler

Dieses gegenseitige Geben und Nehmen wird nun in einen zweiten Spielbereich eingebunden:

Das Rittertum, oder genauer gesagt, seine Parodie.

Um das Spiel zu verstehen ist die Kenntnis über den Werdegang zum Ritter unerlässlich. Zur Gründungszeit der Praga Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in der deutschen Bürgerschaft eine große Begeisterung für das scheinbar romantische Mittelalter, speziell für die Ritterzeit. Da lag es nahe, sich aus den damaligen Ritualen zu bedienen. Auch die Lust zur Persiflage wird hierbei eine Rolle gespielt haben; die schlaraffischen (Pseudo-)Würden und ihre devote Verehrung lassen sich leicht dazu benutzen, die unbeliebten Obrigkeiten in der Profanei (Nichtschlaraffische Welt) zu verhöhnen. Die Urschlaraffen nannten sich zunächst nicht Ritter. Es war eine allmähliche Entwicklung, die dazu führte, sich in das romantisch verklärte Mittelalter Kaiser Maximilians I., des letzten Ritters, hinein zu versetzen.

Diese Entwicklung führte dazu, dass

  • die Schlaraffen heute in Burgen sippen,
  • sie eine Rüstung tragen,
  • sie eine pseudo-mittelalterliche Sprechweise annehmen,
  • einige der Zeremonien pseudo-mittelalterlichen Charakter haben, z.B. der Ritterschlag,
  • sich ein gravitätische-gespreiztes Hofzeremoniell entwickelte,
  • die Romantik des Mittelalters adaptiert wurde,
  • der "Blauen Blume der Romantik" in vielen Reychen übertrieben gehuldigt wird,
  • durch dieses Rittertum die Spiel-Hierarchie Knappe - Junker - Ritter entstand.

Schlaraffen sind für diese Entwicklung dankbar, dann sie gestattet es ihnen heute, dieses so vielseitige und heitere Ritterspiel zu zelebrieren. Auch die in den Sippungen gebotene gegenseitige Anrede mit dem altertümlichen "Ihr" statt mit "Sie" oder "Du" ist Teil dieser Entwicklung.

3. Kunst und Humor

Die Pflege von Kunst und Humor ist Satzungsbestandteil der Schlaraffia und sorgt für Niveau in den Sippungen. Manchmal bestimmt es auch das Thema der Sippung. Viele Sippungen werden unter ein bestimmtes Thema gestellt, wie man auch aus der Sippungsliste der Schlaraffia Sarebrucca erkennen kann.
Da diese Themen schon lange vorher bekannt sind, kann sich jeder - aktiv oder passiv - darauf vorbereiten.

Durch dieses Element Pflege von Kunst und Humor wird jedes Schlaraffenreych zum Schlaraffenland des Geistes.

Jedes Reych hat die Möglichkeit, bedeutende verstorbene (in Ahalla weilende) Männer aus Kunst und Wissenschaft zu Ehrenschlaraffen zu erküren. Das Reych verpflichtet sich damit gewissermaßen, das künstlerische und gedankliche Erbe des Erwählten zu pflegen.

Das schlaraffische Spiel würde allein mit den drei Elementen Geben und Nehmen der Sassen in einem Ritterspiel, unter strikter Pflege von Kunst und Humor keinen Bestand auf Dauer haben, käme nicht das vierte Element hinzu: 

4. Das Hochhalten der Freundschaft

Dieses wichtige Element das schlaraffischen Spiels war in den ersten Satzungen der Praga noch nicht vorhanden und wurde erst einige Jahre später aufgenommen. Das hing wohl damit zusammen, dass die Urschlaraffen ohnehin freundschaftlich miteinander verbunden waren, und ein solcher Passus im Gesetzeswerk sich nicht anbot.
Die Freundschaft wurde als eine enger verbindende Klammer aufgenommen, als einige der Gründer in andere Gemarkungen wegzogen und neue Ritter hinzukamen und neue Reyche gegründet wurden.

Das war damals kein bewusster Vorgang, aber er hatte entscheidende Auswirkungen. Er verlieh der Schlaraffia Dauer und machte Allschlaraffia erst möglich.

Nachfolgend die Gründe:

Die Vorträge und Fechsungen in den Sippungen wurden ja bald überwiegend von Nicht-Künstlern, also Amateuren, vorgetragen oder auch gedichtet, komponiert, gemalt usw.

Dadurch ist das Niveau der einzelnen Beiträge unterschiedlich - im Vortrag und im Inhalt bzw. Gehalt.

Die Zuhörer, also die anderen Sassen, empfinden das Gebotene ebenfalls unterschiedlich, teils gut, teils schlecht, was auf die Leistungen der Profi-Künstler natürlich ebenfalls zutrifft.

Nun verhindert die dank Uhu vorhandene Freundschaft, die man dem Vortragenden entgegenbringt, dass abfällig geurteilt wird:

Beifall gibt es für den Versuch - gleich, ob geglückt oder nicht geglückt - nicht nur für das Ergebnis. Das macht natürlich Mut, auch einmal in die Rostra zu gehen, selbst auf die Gefahr hin, sich zu blamieren.

Jeder Schlaraffe kann jederzeit in die Sippungen jedes Schlaraffenreyches im Uhuversum einreytten und ist gewiss, als guter Freund empfangen zu werden. Das schafft eine starke Bindung aller Schlaraffen untereinander.

Diese Freundschaft zeigt sich natürlich auch außerhalb der Sippungen in der profanen Welt, also über das schlaraffische Ausschnitt aus einer alten Postkarte Spiel hinaus.

Der Spiegel schreibt als einen der Hauptgrundsätze schlaraffischen Wesens die Hochhaltung der Freundschaft vor:

Das Reych in seiner Gesamtheit bringt jedem neuen Mitglied offene Freundschaft entgegen. Diese Freundschaft umfasst den Einzelnen wie eine Aura, integriert ihn ins Reych.

Dieses Vorhandensein einer Art schlaraffischer "Grundfreundschaft" ist die Basis für das Entstehen persönlicher Freundschaften der Sassen untereinander. Dadurch - und durch die weisen Eintrittsvoraussetzungen des Spiegels, die eine menschlich positive Auslese bewirken - ist es jedem möglich, fast allen anderen Schlaraffen in irgend einem Grad Freund zu sein.

Allerdings wäre es denkbar, dass man Schlaraffen begegnet, denen gegenüber es schwer fällt, freundschaftliche Gefühle zu entwickeln. Oder aber es geschieht innerhalb oder außerhalb der Schlaraffia irgend etwas, das die bisher freundschaftlichen Bande mit einem anderen Sassen zerreißt oder gar nicht erst möglich macht. Dann zeigt sich die Stärke der allgemeinen schlaraffischen Bindungen. Der Respekt vor dem Spiegel und die hohe Toleranzschwelle in Schlaraffia machen es möglich, auch in diesen Fällen miteinander zu spielen.

Die Freundschaft hoch zu halten ist ein hohes Ziel, das gleichzeitig der Weg zum Ziel ist. Es gibt keinen Endpunkt, der es uns erlaubt, die Bemühungen einzustellen. Das Ziel Freundschaft muss immer wieder, Tag für Tag, angestrebt werden. Es ist ein nie endender Weg.

Welche Prominente dazugehören ...

Zum Schlaraffentum bekannt haben sich beispielsweise Franz Lehar, Peter Rossegger, Gustav Mahler, Friedel Gauwitz, Bruno Heydrich, Clemens Schmalstich, wie der Erbauer der Glocknerstraße, Franz Wallack, der Raketengeneral Walter Dornberger, die Schauspieler Paul Hörbiger, Richard Münch, der bayrischen Staatsschauspieler Gustl Bayrhammer, der mit der Kinderserie Pumuckl bekannt wurde, Albert Sixtus, der Schöpfer der „Häschenschule“ (Häschen-Klein der Sixtaner), der Ex-CSU-Bundestagsabgeordnete Ekkehard Voigt (Zapfenstreich der Bänkler) und der ehemalige Bundesbankdirektor Lutz Roland (Don Monedos der wandernde Scheinwerfer) sowie der ehemalige Wetterkartenmaler Uwe Wesp (ZDF).

Im Rahmen des Schlaraffentums werden darüber hinaus auch zahlreiche nicht mehr lebende Persönlichkeiten namentlich verewigt, indem sie postum zu „Ehrenschlaraffen“ (ES) erkürt und immer wieder gerne rezitiert werden, so z. B. Heinz Erhardt (ES Alberich von Schalk), Hermann Löns (ES Mümmelmann), Johann Wolfgang von Goethe (ES Faust), Friedrich von Schiller (ES Funke), Ludwig van Beethoven (ES Florestan), Robert Gernhardt (ES Dorlamm vom Wörtersee), Jeremias Gotthelf (ES Ueli vom Bauernspiegel), Albert Einstein (ES Relativ), Peter Paul Rubens (ES Malerfürst). Derzeit gibt es über 450 verschiedene ES, viele davon in mehreren Reychen, sodass man wohl von über 600 ES ausgehen muss. Wilhelm Busch z.B. ist in 17 Reychen ES, Goethe gar in 25 Reychen, und die Zahl der ES wächst beständig.

Zum Gedenken an die ES werden in vielen Reichen sogenannte Turneye abgehalten, Wettstreite um den besten Beitrag, der mit einem entsprechenden Orden belohnt wird, wie z.B. das Florestan-Turney in Bonn um die beste Beethoven-Interpretation, das Emil-Turney um den besten Beitrag zu Erich Kästner in Bautzen oder das Turney um die Funke-Kette in Weimar.

Was die Ehefrauen tun ...

Die ritterlichen Abende ("Sippungen") sind ausschließlich Männern vorbehalten. Warum?

Schlaraffia ist eine Gemeinschaft von Männern. Dass Frauen nicht Mitglied werden können, hängt mit den beiden grundlegenden Spielelementen "Rittertum" und "Hochhalten der Freundschaft zusammen." In der Ritterzeit werden die Frauen hoch verehrt, aber nach außen hin traten sie nicht aktiv in Erscheinung. Sie können deshalb dem Ziel des schlaraffischen Pseudo-Ritterspiels, der Persiflage im Umgang mit der Obrigkeit und der Gesellschaft nicht dienen. Der dabei gepflegte Humor käme bei den Frauen nicht an: Die meisten Frauen stellen sich nicht gern selbstironisch in Frage.

Um zwei hinkende Vergleiche zu bemühen:

In einer Männer-Sportmannschaft spielen keine Frauen mit.
Bei einem Kaffeekränzchen würden Männer gewaltig stören.

Die Freundschaft hat innerhalb des schlaraffischen Spiels einen hohen Stellenwert. Da würden durch die Anwesenheit von Frauen ganz andere Akzente gesetzt! Bei der Freundschaft zwischen Männern ist die Gefahr, dass dabei Erotik ins Spiel kommt, sehr viel geringer, als bei einer Freundschaft zwischen Frauen und Männern. Es ist auch undenkbar, dass in einem Verein per Satzung Freundschaft zwischen Mann und Frau gefordert würde. Viele Frauen profitieren aber durchaus davon, wenn ihr Lebenspartner durch die Schlaraffia mehr Lebensfreude gewinnt und entspannt und fröhlich von den Sippungen heimkommt und ihr begeistert davon berichtet.

Die Frauen spielen an anderer Stelle eine große Rolle bei Schlaraffia.

Im Sommer findet in jedem Reych eine Reihe von künstlerischen, kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen statt, die ohne Teilnahme von Frauen undenkbar wären, denn erst durch ihr Wohlwollen wird es ihren Männern ermöglicht, den manchmal nicht unerheblichen Zeitaufwand für die schlaraffische Sache aufzubringen. Sie werden geladen zu Jubiläen, beim Turney, zum Fest ohne Anlass, zu Konzerten eigener Ensembles oder des kompletten "Allschlaraffischen Orchesters" mit Musikern aus mehreren Orten. Im Sommer gehören sie zu vielen privaten Festen dazu.

Um den Frauen zu zeigen, was ihre Männer in den Sippungen so treiben, findet außerdem ein- bis zweimal jährlich eine Sippung mit Frauen statt. Viele der Frauen halten auch Kontakt untereinander und treffen sich regelmäßig zu einem geselligen Beisammensein.

Wo etwas über sie geschrieben steht ...

Über derlei Ereignisse und manches mehr berichtet weltweit in deutscher Sprache die eigene Schlaraffen-Zeyttung. Was Schlaraffen an Büchern schrieben, füllt in der Allschlaraffischen Bibliothek Berlin inzwischen mehrere Räume.

Wo sie sich begegnen ...

Schlaraffia lebt freilich nicht nur vom wöchentlichen Treff Oktober bis April, sondern von der Begegnung in aller Welt. Schlaraffen sind nie allein. Sie pflegen Freundschaften im eigenen Reych und sind in jedem Reych der Welt jederzeit willkommen, können überall, wo sich Schlaraffen zusammenfinden, als Gäste „einreiten“.

Die Einsamkeit des Alters gibt es für sie nicht. Dazu hilfreich ist neben der deutschen Sprache das "Vademecum", das Ort, Wochentag und Thema der Veranstaltungen vermerkt, somit entsprechende Vorbereitungen ermöglicht. Im Pass, den der Schlaraffe erhält, werden solche "Einritte" bestätigt.

Warum sie Nachwuchs suchen ...

Wie jede Vereinigung sind auch die Schlaraffen bestrebt, erworbene Werte der Nachwelt weiterzugeben. Da ist zum einen die riesige Schatztruhe voller ideeller Werte.

Das Wichtigste aber ist der schlaraffische Grundgedanke eines hohen Ideals, der es gerade in der heutigen sachlichen Welt lohnt, gepflegt zu werden. Deshalb sind Männer zwischen 30 und 60 gefragt, die sich in schlaraffischer Art und Weise engagieren wollen. Es gibt keine Präsenzpflicht, aber die Hoffnung wird ausgesprochen, dass jeder Schlaraffe sich rege beteiligen möge.

Schlaraffenlatein

Die Schlaraffen haben eine eigene “Sprache”, die mittelalterliche Begriffe enthält, denn das schlaraffische Spiel ist von ritterlichem Geist geprägt.
Im Allschlaraffia sind nachstehende Ausdrücke gebräuchlich, deren NICHTANWENDUNG DER PÖN UNTERLIEGEN.

hier geht es zu den Schlaraffische Begriffen

 

Der gesamte Text wurde verschiedenen Seiten im Internet entnommen und leicht verändert.
Quellen: www.wikipedia.de, www.schlaraffia.org sowie verschiedene Reychs-Seiten.

Literatur
Biedermann, Edwin A.: Logen, Clubs und Bruderschaften. Droste-Verlag, Düsseldorf 2004. 352 Seiten. ISBN 978-3-7700-1184-1
Heiner Meininghaus ; Schlaraffia - Ein Verein des Historismus, Weltkunst 73. Jahrgang Nr.2, Feb 2003, Seite 191/2
Rt.Bardelino (E.Scherer), Rt. Ganymedes (R. Koch), Rt. Vermis (S. Dreyer): 100 Jahre Perla Palatina 1907-2007 a.U.48-148, Ein schlaraffisches Lesebuch. Verlag Dr. Scriptor OHG, Böhl-Iggelheim, 2007. ISBN 978-3-9809578-5-4
Weblinks
Homepage der Schlaraffia
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